Schweizerischer Verband der Akademikerinnen
Association Suisse des Femmes Diplômées des Universités

UWE Konferenz 2018

Das Annual General Meeting der University Women of Europe (UWE) findet dieses Jahr vom 21. - 24. Juni in Rom statt. Die Federazione Italiana Laureate e Diplomate Istituti Superiori (FILDIS), Mitglied der UWE, ist Gastgeberin. Alle Informationen finden Sie unter https://uweboard.wordpress.com.

Das Thema der Konferenz ist „Frauen in STEM (MINT) Berufen“. Bitte melden Sie sich möglichst bald an, da die Anzahl vergünstigter Zimmer im Hotel Cicerone beschränkt ist und damit Sie von den Early Bird Tarifen profitieren können.

Bericht über die Konferenz der University Women of Europe (UWE) in Graz

24. – 27. August 2017

102 Frauen aus 15 Ländern, davon die Zentralpräsidentin Doris Boscardin und die Schreibende Karoline Dorsch, CIR, aus der Schweiz, trafen sich zu der bestens organisierten jährlich stattfindenden UWE-Konferenz in Graz. Interessanterweise fand die Tagung in einem Franziskanerkloster statt, einem schönen alten Gebäude mitten in Graz, und die technische Betreuung sowie Catering wurden durch Franziskanermönche durchgeführt. Es ist wirklich schade, dass nicht mehr Mitglieder aus der Schweiz an den UWE-Konferenzen teilnehmen, denn diejenigen Anlässe, die ich bis jetzt besucht habe, waren immer sehr anregend; und es lassen sich zudem äusserst interessante Kontakte knüpfen. Graz ist übrigens eine wunderschöne Stadt mit einer tollen Atmosphäre – das hat sicher auch zur guten Stimmung beigetragen.

Empfang im Rathaus

Nächstes Mal wird die UWE-Konferenz vom 14.-18. Juni 2018 in Rom durchgeführt. Also bitte den Termin vormerken.

Zum Auftakt der eigentlichen Konferenz berichteten die Vertreterinnen der anwesenden Mitglieder-NFAs (National Federations and Associations) über das Geschehen in ihren Verbänden – eine richtige Ideensammlung. Es ist erstaunlich und bewundernswert, wie viel Fundraising in einzelnen Ländern durchgeführt wird, und wie viele Stipendien vergeben werden. Fast alle haben dieselben Probleme wie wir: u.a. Mangel an jüngeren Mitgliedern. Allerdings ist erfreulicherweise zu sagen, dass die Schweiz die dritthöchste Mitgliederzahl der UWE hat, nach Finnland und Holland! Neu an der UWE-Konferenz dabei ist Israel, das vorderhand Beobachterstatus hat. Israel liegt ja quasi an der Grenze zwischen Europa und dem mittleren Osten, fühlt sich aber mehr Europa zugehörig und ist auch im Europarat.

Einige Aktionen stachen aus der langen Liste der Berichte heraus:

Österreich und England: Integrationsprogramm für Geflüchtete, d.h. Akademikerinnen werden unterstützt, beispielsweise bei Stellensuche, Wohnung etc.

Finnland: „Lets read together“, ein Integrationsprogramm, nicht nur für Geflüchtete.

Die Niederlande führen ein Twinning mit Hongkong durch.

Frankreich: Olympe de la parole; Salon du livre AFFDU … livres des femmes.

Die Grazerinnen haben ein Studentinnen-Wohnheim.

 

In ihren Jahresberichten zeigten die Präsidentin Edith Lommerse und die Vizepräsidentin Isabelle Trimaille auf, wie UWE in der European Women’s Lobby sowie im Europarat in Arbeitsgruppen vertreten ist und sich unter anderem für Gleichstellungsfragen einsetzt. Vorgesehen ist, dieses Jahr einen „Collective complaint about equal pay“ einzureichen.

 

Beim Galaessen

Wohl der wichtigste Diskussionspunkt war wie schon letztes Jahr das Verhältnis von den UWE zu den GWI. Die UWE sind ursprünglich die europäische Regionalgruppe der GWI, folglich waren automatisch alle UWE-Mitglieder auch GWI-Mitglieder. Nun sind aber einige Länder aus den GWI ausgetreten (Deutschland, Finnland, Italien und die Niederlande), zum Teil aus finanziellen Gründen, zum Teil aus Unzufriedenheit. So mussten in der UWE-Constitution Wege gefunden werden, dass diese Länder Mitglied der UWE sein können, auch wenn sie nicht GWI-Mitglieder sind. Mit grosser Mehrheit wurde nun entschieden, dass europäische NFAs als „Freunde von UWE“ Mitglied sein können, ohne Mitglied von GWI zu sein („Any European NFA affiliated to GWI or supporting the mission of UWE shall be admitted as member of UWE“, UWE-Constitution Art. 4). Im Weiteren müssen wie bisher im Vorstand (Board) Mitglieder aus mindestens drei verschiedenen NFAs vertreten sein, wobei zwei dieser NFAs auch Mitglied der GWI sein müssen (Constitution Art. 12).

Wahlen

Präsidentin: Edith Lommerse wird einstimmig für weitere drei Jahre wiedergewählt.

Vizepräsidentinnen: Sowohl Isabelle Trimaille als auch Elena Flavia Castagnino Berlingheri sind zurückgetreten. Neu gewählt werden: 

Aisha Alshawaf (British Federation of University Women)

Giuseppina Foti (Fildis, Italien)

 

Im Amt verbleiben:

Treasurer: Annelies Pierrot-Bults (NL)

Secretary General: Roxana Elena Petrescu (RO).

 

Das neue Board: v.l.n.r. Giuseppina Foti, Edith Lommerse, Aisha Alshawaf, Annelies Pierrot-Bults,  Roxana Elena Petrescu

 

Zuletzt wird der Erhöhung des Mitgliederbeitrags von 0.89 auf 0.99 Euro pro Mitglied zugestimmt. Mit den Finanzen der UWE steht es gut, die Rechnung wurde akzeptiert. Der extrem niedrige Jahresbeitrag ist nur möglich, da die Vorstandmitglieder etliches selber berappen.

 

Thema der Konferenz: „Changing cultures“

Helga Konrad, Leiterin und Koordinatorin der „Regionalen Implementierungs-Initiative gegen Menschenhandel“, Institut für den Donauraum und Mitteleuropa, früher österreichische Frauenministerin, berichtete von einer Zunahme von weiblichen Flüchtlingen (früher waren es meist Männer), die dann oft nur schlecht bezahlte, unter ihren beruflichen Fähigkeiten stehende Jobs finden. Das macht sie verletzlicher für Gewalt und negative Stereotypen wie Prostitution. Dem Problem soll abgeholfen werden, indem diese Frauen – vor allem auch in Sprachen – besser ausgebildet werden, unter anderem mit dem Ziel, bessere Arbeit zu finden.

 

Bernadette Zsoldos, Vertreterin der Sektion VIII für Integration im Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA) berichtete über Integrationsprogramme für Flüchtlinge, welche auf Dialogen zwischen BürgerInnen des Gastlandes und ImmigrantInnen basieren. Dabei geht es um die Akzeptanz der Schwierigkeiten der Integration, eine respektvolle Diskussion und Reflexion von potentiell unterschiedlichen Wertesystemen. Hilfreich sind oft auch Aktivitäten wie gemeinsames Malen oder Kochen, speziell auch für die Verbesserung der Sprachen.

 

Sehr beeindruckt (und bedrückt) hat mich ein Workshop, in dem eine ehemalige Reporterin des syrischen Fernsehens, die Syrien verlassen musste, über ihre Lage in Österreich erzählte; angefangen dabei, dass sie sich zuerst einmal als Geflüchtete anmelden und quasi in ein Lager musste, um als Geflüchtete akzeptiert werden zu können. Auch dank ihren sehr guten Englischkenntnissen wusste sie sich glücklicherweise zu helfen und fand auch heraus, wo sie sich Hilfe holen konnte. Sie wurde unterdessen von einer Hilfsorganisation unter die Fittiche genommen. Einen Job hat sie noch keinen, aber immerhin können ihre Töchter beide das Gymnasium besuchen – auch das war ein schwieriger Weg. Zwischen der Theorie der Behörden und der Praxis besteht offenbar eine rechte Lücke.

 

In anderen Workshops wurde über Ideen zur Integration auf lokalem Niveau und über Dialog/Sprache als Chance, den Kulturwechsel zu handhaben, diskutiert und es wurden Ideen ausgetauscht. Die Österreicherinnen haben ein Thema ausgewählt, welches alle betrifft und auch interessierte.

 

Anlässlich dieser Konferenz hat die österreichische VAÖ auch ihren 95. Geburtstag mit traditionellem österreichischem Essen und Musik gefeiert. Fröhlich haben all die Frauen (und ein paar Männer) mitgesungen bei “Und jetzt ging I ans Peters Brünnele“, geleitet von der österreichischen Zentralpräsidentin Elisabeth Györfy (siehe Bild).

Dr. Karoline Dorsch-Häsler, CIR

Oktober 2017

Mehr Informationen zu UWE finden Sie unter https://uweboard.wordpress.com.

UWE-Konferenz und Delegiertenversammlung 2016 in Winchester (UK)

From Aspiration to Inspiration to Achievement- Vom Ziel über die Inspiration zum Erfolg

von Gertude Nottaris, CER

 

Die Jahreskonferenz des University Women of Europe (UWE) fand dieses Jahr vom 24.- 27. Juni in Winchester (UK) statt – die Engländerinnen haben sie vorbildlich organisiert. Ungefähr 84 Vertreterinnen aus zehn der dreizehn Ländern, die Mitglied der UWE sind, nahmen teil.

Die Delegiertenversammlung verlief dieses Jahr recht diszipliniert. Im Präsidium waren die Präsidentin Edith Lommerse, die Vizepräsidentinnen Isabelle Trimaille (Frankreich)  und  Flavia Berlingheri (Italien) und die Generalsekretärin Roxana Petrescu vertreten.

Der Jans-Gremme Award wurde verliehen an Dr. Elisabeth Poskitt aus Grosbritannien. Sie war Kinderärztin und ist ehemalige Präsidentin der BFWG  (British Federationof Women Graduates) und der GWI (damals IFUW).

Das Quorum für die Wahlen wurde auf 14 Stimmen festgelegt.

Die Kassierin Elina Glenday (Finnland) wird abgelöst durch Annelies Pierrot - Bults (Holland/ Spanien). Diese und die Abrechnung wurden einstimmig gewählt bzw.  angenommen. Die Französin Isabelle Trimaille, Vizepräsidentin von UWE, vertritt den Verband weiterhin im Europarat in der European Women's Lobby (EWL) und in der Conference of International Non-Governmental Organisations (INGO). Das UWE Mitglied Anne Nègre ist Gender-Expertin im Europarat. Die Reports des Präsidiums wurden einstimmig akzeptiert

 

Mitglieder – NFA’s:

Die Themen sind in allen Ländern ähnlich:

  • gleiche Bezahlung
  • Spenden- und Unterstützungsaktionen  für junge Akademikerinnen und solche in Not
  • Hilfe für Flüchtlinge
  • STEM (Science Technology Engineering and Mathematics) – Naturwissenschaften
  • Schutz gegen Gewalt und Vergewaltigung
  • Entwicklung der Mitgliederzahlen

Eine BFWG Ehrenmitgliedschaft wurde an Frau Dr. Sheila Stevens (ehem.VP) für langjährige Verdienste verliehen.

Die UWE Beiträge 2016 wurden mit 0.8 €  einstimmig festgelegt.

Diskussion UWE - GWI, Constitution and By-Law

Wie kann UWE die europäischen Akademikerinnen in Zukunft vertreten, wenn die nationalen Verbände austreten?

Es wird daran erinnert, dass die Verbände die Interessen der Akademikerinnen vertreten sollen, und nicht umgekehrt. Finnland, Frankreich, Spanien, und Rumänien sehen das als Existenzfrage. Auch Schottinnen, Engländerinnen und Irinnen befürchten Mitgliederverluste. Italien, Österreich und der Schweiz ist die GWI wichtig.

Der Präsidentin wird einstimmig eine Vollmacht erteilt, im Notfall Massnahmen zur Anpassung der Statuten mit den NFA’s auch ausserhalb der Jahresversammlungen abzustimmen – falls die Existenz von UWE und der GWI bedroht ist. Damit würde eventuell eine UWE Mmitgliedschaft auch ohne Mitgliedschaft in der GWI möglich. Man befürchtet eine Zahlungsunfähigkeit der GWI.

Die Vorträge und Workshops beschäftigen sich mit Funding, Blue web in der niederländischen Polizei,  Rumänische Akademikerinnen im oberen und mittlerem Management, „Träumen wagen -  die Reise von der Zielsetzung  zum Erfolg“  (dies wurde mit grossem Erfolg und Beifall als gemeinsamer Workshop im Plenum inszeniert), Arbeit der Akademikerinnen im Europäischen Parlament (der britische Beitrag war leider ein wenig unter dem Eindruck von Brexit am 27.6.2016).

Wie im Vorjahr wurde uns durch die Engländerinnen ein sehr schönes  Rahmenprogramm angeboten, mit Jane Austen, einem Besuch von Nelsons Flaggschiff Victory (Schlacht von Trafalgar), einer Hafenrundfahrt und dem Besuch des beeindruckenden Portchester Castle, das auf die römische Zeit zurückgeht und Sitz der englischen Königen vor der normannischen Übernahme war .

 

Bericht der UWE-Konferenz und Delegiertenversammlung 2015 in Utrecht (NL) - The Art of Networking

von Karoline Dorsch, CIR

 

Die Jahreskonferenz des University Women of Europe (UWE) fand dieses Jahr vom 27.- 30. August in Utrecht (NL) statt - die Holländerinnen haben sie vorbildlich organisiert. Ungefähr 100 Vertreterinnen aus 13 der 17 Länder, die Mitglied der UWE sind, nahmen teil.

Die Delegiertenversammlung verlief dieses Jahr recht diszipliniert. Die Präsidentin Edith Lommerse wurde einstimmig und mit grossem Applaus wiedergewählt für weitere zwei Jahre. Staub wirbelte aber der Vorschlag für ein Jobsharing für die Position der Generalsekretärin auf. Die Idee wurde schliesslich verworfen, da die Statuten ein Jobsharing nicht vorsehen. Mit grosser Mehrheit wurde Roxana Petrescu aus Rumänien als neue Generalsekretärin gewählt, die seit 2014 Public Relations Coordinator für UWE ist.

Die im Vorjahr wegen Fehlern zurückgewiesene Jahresrechnung war zur Zufriedenheit der Revisorinnen korrigiert worden, und die diesjährige Jahresrechnung gab keinen Anlass zu Kritik. Die finanzielle Basis der UWE ist solid. Der sehr niedrige Mitgliederbeitrag von EUR 0.46 pro Person bleibt gleich. Allerdings tragen die Mitglieder des Vorstandes viele Kosten selbst, wie zum Beispiel diejenigen von Reisen. Die Delegierten dankten der Kassierin Auli Ojala für ihre grosse Arbeit während der letzten drei Jahre. Neu gewählt wurde ohne grosse Diskussion die Finnin Elina Glenday.

Dieses Jahr wurde der Jans Gremmée Award wieder vergeben, und zwar an die Finnin Dr. Raija Sollamo, Honorarprofessorin für biblische Sprachen, für ihre führende und unermüdliche  Rolle im EU Projekt "Domestic Violence Met by Educated Women".

Die Französin Isabelle Trimaille, Vizepräsidentin von UWE vertritt den Verband weiterhin im Europarat in der European Women's Lobby (EWL) und in der Conference of International Non-Governmental Organisations (INGO). UWE Mitglied Anne Nègre ist Gender Expert im Europarat.

Interessant sind die Mitgliederzahlen des UWE: An der Spitze stehen die Holländerinnen mit 3410 Mitglieder, gefolgt von Finnland (1040 Mitglieder), der Türkei (998 Mitglieder) und an 4. Stelle folgt schon die Schweiz mit 658 Mitgliedern (Stand April). Laut Berichten der einzelnen Mitgliedsländer anlässlich der Delegiertenversammlung sind aber auch Verbände aus Ländern mit wenigen Mitgliedern, wie Irland oder Spanien, sehr aktiv, beispielweise mit  Mentoring, Stipendien und Fundraising. Generell kämpfen aber fast alle mit den gleichen Themen wie wir in der Schweiz, unter Anderem der Überalterung der Mitglieder.   

Graduate Women International (GWI) war dieses Jahr durch Danièle Castle, Executive Director, vertreten. Sie referierte über die Aktivitäten und Visionen ("change the life of girls and women") von GWI und betonte die Wichtigkeit aller Mitglieder und das daraus resultierende Netzwerk. Wegen der schlechten finanziellen Situation ist Fundraising momentan ein wichtiges Thema im GWI, es braucht aber einige Zeit, bis sich da ein Erfolg zeigt.

Das Thema der diesjährigen Konferenz war "The Art of Networking", und es gab drei sehr interessante und anregende Vorträge zu diesem Thema. So erzählte Catherine Royle  (früher Botschafterin in Venezuela und Afghanistan und jetzt Advisor bei der Nato) mit viel Humor über ihre Erfahrungen mit dem Nutzen von Networks. Die Qualität der anschliessenden Workshops war unterschiedlich, aber führte immer zu engagierten Diskussionen und ermöglichte eben das Networking.

Wie im Vorjahr in Rumänien wurde uns durch die Holländerinnen ein sehr schönes Rahmenprogramm angeboten mit dem Cultural Early Music Festival, Besuch der Stadt Utrecht inklusive Fahrt durch die Grachten sowie einer Führung und Nachtessen im Drehorgelmuseum mit Vorführung von zum Teil sehr kostbaren und riesigen Drehorgeln.

Die nächste UWE Tagung findet vom 24.-26. Juni 2016 in Winchester (GB) statt, einer historisch interessanten und hübschen Stadt in Südengland.

Mehr Informationen zu UWE finden Sie unter https://uweboard.wordpress.com

 

Bericht der UWE-Konferenz 2014 in Bukarest, Rumänien

Der SVA hat momentan keine offizielle Delegierte beim europäischen Verband der Akademikerinnen (UWE, University Women of Europe), deshalb haben uns Elsbeth von Navarini und Karoline Dorsch als Delegierte vertreten. Hier finden Sie ihre Berichte:

UWE Delegiertenversammlung 2014

von Elsbeth von Navarini, Kassierin SVA

Die Delegiertenversammlung des Europäischen Verbandes der Akademikerinnen UWE vom Sonntag, dem 7. September 2014 in Bukarest verlief um einiges professioneller als im letzten Jahr in Istanbul, aber turbulent war sie allemal. Von den 17 Mitgliedsländern waren deren 12 vertreten. Der Schweizerische Verband der Akademikerinnen (SVA) hatte zwei Delegierte gestellt.

Unter der Leitung von UWE-Präsidentin Dr. Edith Lommerse ging die Wahl der beiden neuen Vizepräsidentinnen problemlos über die Bühne. Gewählt sind die französische Anwältin Isabelle Trimaille und die italienische Unterwasser-Archäologin Elena Flavia Castagnino. Sie ersetzen Vera John-Mikolajewski und Marie-José Jonczy, die während der letzten sechs Jahre die Beziehungen der UWE zum Europarat und zum European Women’s Lobby (EWL) mit grossem persönlichem Einsatz gepflegt haben.

Der Jans Gremmée Preis wurde nicht vergeben, weil keine passende Kandidatin gefunden werden konnte.

Die von der Kassierin Auli Ojala präsentierten Bilanz- und Rechnungsergebnisse 2013 wurden zurückgewiesen, da beide fehlerhaft waren, obwohl sie von einem finnischen Treuhandbüro revidiert worden sind. Bis in etwa zwei Monaten soll eine korrigierte Bilanz- und Rechnungsversion vorliegen, die dann von Revisorinnen mit Wohnort in Holland und Rumänien begutachtet werden soll.

Alle Jahre wieder das Thema Mitgliedergebühren…. Die bereits an der UWE-Konferenz in Antalya 2011 vom finnischen Verband eingebrachte Forderung nach einer Halbierung der Gebühren wurde diesmal angenommen. Die Mitgliedergebühren betragen in Zukunft nur noch ca. EUR 0.46 per capita!

Zu den geladenen Gästen zählte auch IFUW-Präsidentin Catherine A. Bell. Sie referierte über den Wandel im internationalen Verband und betonte, dass die IFUW grosses Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem europäischen Verband hätte. Konkrete Projektvorschläge fehlen jedoch bisher. Dem internationalen Verband IFUW wurde bei der Diskussion unter anderem vorgeworfen, dass er zu sehr auf die Dritte Welt ausgerichtet sei und an Europa und den Problemen der europäischen Akademikerinnen nicht wirklich Interesse habe.

Wie jedes Jahr haben die CRE von einigen Mitgliedstaaten die letztjährigen Verbandsprojekte vorgestellt. Da die Schweiz zurzeit keine CRE hat, wies die Schweizer Delegation darauf hin, dass der Verband 2013/14 einige wichtige interne Projekte durchgeführt hätte, u.a. die Einführung eines neuen Logos und Internetauftritts, die Organisation von Jubiläumsfeiern „90 Jahre SVA“ auf Sektions- und Landesebene und die Bestellung eines verjüngten, dynamischen  Vorstands.

Für die nächste UWE-Konferenz sowie das in diesem Jahr eingeführte „Meet and Greet Event“ liegen Einladungen vom DAB in Deutschland, vom FFUW in Finnland und notfalls auch nochmals vom VVAO in Holland vor.  

UWE Jahreskonferenz 2014

von Karoline Dorsch, CIR

Über 70 Mitglieder des europäischen Verbandes der Akademikerinnen (University Women of Europe, UWE) nahmen vom 4.-7. September 2014 an der Jahrestagung des UWE in Bukarest teil.

Hauptthema der Konferenz war „Quality Education for All in Europe“. So gab die Rumänin Monica Marcovei, Mitglied des Europarates und Präsidentschaftskandidatin, einen Einblick in die Ziele (und Probleme) der Ausbildung in Rumänien und Europa, und von Ana Gorey erhielten wir einen Überblick über das europäische Schulsystem.

Catherine Bell, die Präsidentin des internationalen Verbandes IFUW (International Federation of University Women) sprach über die Zukunft des IFUW und die Vorteile der Zusammenarbeit mit dem UWE, beispielsweise um in Europa allen Mädchen und Frauen eine sekundäre und tertiäre Ausbildung zu ermöglichen. Die UWE-Präsidentin Edith Lommerse betonte noch einmal die Wichtigkeit der Zusammenarbeit zwischen IFUW und UWE.

In Workshops wurden unter anderem die Themen „Frauen in Führungspositionen (Women on Boards)“, „Unterstützung der Istanbul Konvention (Support Istanbul Convention)“, sowie „Kooperation und Kommunikation (Cooperation and Communication)“ behandelt. In einem Workshop, geleitet von der in Bukarest zur Vizepräsidentin des UWE gewählten Elena Flavia Castagnino, wurde ein italienisches Projekt diskutiert, bei dem auf Volksschulstufe Kunstgeschichte in einer zweiten Fremdsprache unterrichtet werden soll – ähnlich der Immersion in unseren Gymnasien. Dies ist an und für sich eine interessante Idee, aber mit zwei Wochenstunden scheint es mir recht schwierig, dass SchülerInnen eine Sprache lernen können.

Ganz sicher boten die Workshops viele Anregungen und vor allem auch einen Einblick, was in anderen europäischen Ländern läuft. 

Die Tagung wurde durch den sehr kleinen rumänischen Verband der Akademikerinnen gut und aufwendig organisiert. Die Tagung fand in der modernen neuen Nationalbibliothek statt; wir wurden sehr grosszügig verpflegt und genossen ein interessantes Rahmenprogramm mit Stadtführung, Folklorevorführung und einem festlichen rumänischen Essen – die rumänische Gastfreundschaft kam voll zum Zuge, wenn auch sonst nicht immer ganz alles klappte. Sehr spannend war natürlich auch, mit den lokalen Mitgliedern näher ins Gespräch zu kommen und die zweitägige Reise nach Siebenbürgen. Ein Ziel der Rumäninnen war, Vorurteile über Rumänien abzubauen, und das ist ihnen ganz sicher gelungen. Natürlich kann ich mir nach dieser kurzen Zeit in Rumänien nicht erlauben, gültige Urteile zu fällen. Jedenfalls hat sich für mich das Meeting sehr gelohnt, und ich denke, der UWE spielt im Sinne des europäischen Dialogs sicher für uns Schweizerinnen als Nicht-EU-Mitglieder eine wichtige Rolle.



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