Schweizerischer Verband der Akademikerinnen
Association Suisse des Femmes Diplômées des Universités

Editorial Oktober November Dezember 2017

 

Liebe Kolleginnen

Die heutige Ausgabe des Zirkulars steht unter dem Motto "Weibsbilder", denn anlässlich einer Führung im Kunstmuseum Basel am 7. Dezember wird uns die Kuratorin Frau Dr. Ariane Mensger das Frauenbild um 1500 vorstellen. Bilder von sinnlichen oder gar nackten Frauen sind in der heutigen visuellen Kultur ganz alltäglich. Dass dies nicht immer so war zeigt ein Blick zurück ins Mittelalter als die Darstellung des weiblichen Aktes nur in einem sehr engen, religiös definierten Rahmen möglich war. Erst Anfang des 16. Jahrhunderts etablierte sich das Bild der Frau und ihres Körpers als ein ebenso beliebtes wie vielseitiges Thema.
Die Frau erscheint in dieser Zeit als verführerische Venus, als antike oder alttestamentarische Tugendheldin oder als verhängnisvoll-attraktive Verkörperung von Fortuna und Vanitas. Sie tritt aber auch als listige Herrscherin über den Mann, als verschlagene Dirne oder abstossende Hexe auf. Im 19./20. Jahrhundert musste die oben genannte Vorstellung der Frau korrigiert werden, denn intelligente mutige Frauen waren nicht mehr bereit die ihnen zugedachten Rollen zu übernehmen.

Lassen Sie uns zwei Beispiele mutiger Frauen im 19. Jahrhundert ansehen. Emilie Louise Frey (1869–1937) erlangte als erste Frau an der Universität Basel 1896 mit einer Dissertation über die Ätiologie der Rachitis ihren Doktortitel. Die SVA Sektion Basel stiftet, zusammen mit der Vereinigung Basler Universitätsdozentinnen (VBU), am Dies academicus den ELF-Preis, der nach Emilie Louise Frey benannt ist. Unser Ziel im Verband ist es, weibliche junge Wissen-schaftlerinnen zu fördern.

Anlässlich des Kunsthistorischen Ausflugs ins Oberengadin machte uns die Kuratorin Dora Lardelli im Kulturarchiv auf eine weitere mutige Frau im 19. Jahrhundert aufmerksam: Die irische Alpinistin, Fotografin und Schriftstellerin Elizabeth Main, geboren 1860. Sie ging zielgerichtet ihren eigenen Weg, bestand als erste Frau die Prüfung für Eislauf der Männer in St. Moritz, machte Fahrradtouren im Gebirge und nahm an frühen Autorennen in den Bergen teil. Bald war sie die bekannteste Bergsteigerin ihrer Zeit und startete Touren ausschliesslich mit Frauen. So überquerte sie 1898 gemeinsam mit Evelyn McDonnell den Piz Palü ohne Führer. Ihr Verhalten galt damals als unschicklich, zumal sie immer wieder von ihren Ehemännern (sie war dreimal verheiratet) getrennt lebte.

In der Gegenwart hat sich das Frauenbild von damals weiter verändert. Zahlreiche moderne "Weibsbilder" studieren an der Universität und gehen zielorientiert ihren eigenen Weg, ohne dass deren Verhalten als unschicklich gilt.

Eines unserer Anliegen beruht darauf, die Wege der jungen Wissenschaftlerinnen zu unter-stützen. Wir werden daher, neben der Einladung zum Dies academicus und der Führung im Kunstmuseum Basel, den After Work Apéro und den Lunch weiter anbieten, wo sich Interessierte aus verschiedenen Disziplinen in lockerer Atmosphäre austauschen können.

Zusätzlich werden wir im Jubiläumsjahr der REHAB am 26. Oktober einen Einblick in die tiergestützte Therapie erhalten. Die REHAB Basel ist eine hochspezialisierte Klinik für Neuro-rehabilitation und Paraplegiologie. Ihr Motto lautet: Immer wieder leben lernen.

Liebe Kolleginnen, wir hoffen und freuen uns, Sie beim einen oder anderen Anlass begrüssen zu dürfen und wünschen Ihnen einen angenehm sonnigen Herbst!    

Der Vorstand

 

Neue Zulassungsbedingungen SVA

An der Delegiertenversammlung in Lausanne gab der Zentralvorstand die neuen Zulassungsbedingungen des SVA bekannt. Da die internationale Vereinigung der Akademikerinnen (IFUW) auch Absolventinnen eines Bachelors akzeptiert, hat sich der SVA neu auf folgende Kriterien geeinigt:

Bedingung für die Aufnahme ist ein universitärer Bachelorabschluss oder ein Masterabschluss einer Fachhochschule, wobei die akzeptierten Hochschulen von der Rektorenkonferenz CRUS bestimmt werden (mehr Info: PDF 186 KB).

Die kürzlich durchgeführte Mitgliederumfrage hat ergeben, dass mindestens 3/4 der Mitglieder dank persönlicher Kontakte auf unsere Vereinigung aufmerksam geworden sind, also uns dank Kolleginnen, Freundinnen und Verwandten Mitglied beigetreten sind. Deshalb sind Sie als Mitglied gefragt! Sprechen sie über uns, bringen Sie Frauen aus Ihrem Bekanntenkreis an die Anlässe mit und helfen Sie uns so, neue Mitglieder zu finden und unser Netzwerk noch interessanter zu machen.

Anita Haldemann, ehemalige Präsidentin des SVA

Adressänderungen und Mutationen

Falls sich Ihre Adresse, Telefonnummer oder E-Mail geändert hat, lassen Sie es uns bitte wissen, damit Sie weiterhin unsere Informationen erhalten!

Wenden Sie sich an Josy Nussbaumer: josynussbaumer(a)bluewin.ch



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