Schweizerischer Verband der Akademikerinnen
Association Suisse des Femmes Diplômées des Universités

Der Emilie Louise Frey–Preis zur Förderung junger Wissenschaftlerinnen

Emilie Louise Frey Preisträgerinnen

 

Der Emilie Louise Frey-Preis wird vom Schweizerischen Verband der Akademikerinnen (SVA) der Sektion Basel zur Förderung junger Wissenschaftlerinnen vergeben. Er hat zum Ziel, den weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und ihn zu ermutigen, eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen. Jedes Jahr wird im Turnus der Fakultäten am Dies academicus eine (als Ausnahme auch eine zweite) hervorragende Master-, Doktorarbeit oder Habilitation prämiert, die an der Universität Basel eingereicht worden ist.

Der 2008 eingeführte Preis, dem bis 2018 auch die Vereinigung Basler Universitätsdozentinnen (VBU) angehörte, ist nach der ersten Studentin benannt, die an der Universität Basel promovieren konnte. Emilie Louise Frey (1869–1937) erlangte im November 1896 mit einer Dissertation über die Ätiologie der Rachitis ihren Doktortitel und praktizierte als erste Ärztin in Basel 40 Jahre lang mit Erfolg www.altbasel.ch.

Die Preisträgerinnen

2008   Jurisprudenz

Jenny Hutter MLaw für ihre hervorragende Masterarbeit "Die umweltrechtlichen Verhaltenskodizes multinationaler Unternehmer" und

Dr. Mariel Dimsey für ihre hervorragende Dissertation "The incorporation of domestic and international procedural law aspects in international investor-state investment dispute resolution".

2009   Germanistik

Dr. Christine Beckert für ihre Dissertation "Schreibend und lesend Textkompetenz entwickeln. Eine sozialisationstheoretisch orientierte Untersuchung des Erwerbs von Schriftlichkeit bei Jugendlichen". Darin wird der Prozess des Schreiben- und Lesenlernens, den die Jugendlichen in der aktiven Auseinandersetzung mit den sozialen Strukturen und eingebettet in alltägliche Gewohnheiten durchlaufen, analysiert und in seiner ganzen Komplexität dargestellt. Neben wertvollen wissenschaftlichen Erkenntnissen liefert die Arbeit wichtige Grundlagen für schulische Fördermassnahmen.

2010   Medizin

Dr. med. Cécile Meier für ihre Dissertation "Recurrent numeric aberrations of JAK2 and deregulation of the JAK2-STAT cascade in lymphomas". Sie hat mit ihrer Arbeit die Rolle eines Signalübertragungswegs in bösartigen Tumoren des Lymphsystems untersucht. Ihre Befunde sind ein weiterer Baustein für eine verbesserte Diagnostik und für neue Therapieansätze bei diesen häufigen Tumoren.

2011   Physik

Rahel Heule, M Sc für ihre Masterarbeit "Operator Control of a Heisenberg Chain by Locally Acting on a Single End Qubit". Um in einem Quantencomputer Rechenoperationen durchführen zu können, muss zu jedem Zeitpunkt bekannt sein, welche Information die Quantenzustände der Qubits gerade enthalten. Die Masterarbeit untersucht, ob und wie sich die Quantenzustände miteinander vernetzter Qubits kontrollieren lassen. Sie stützt sich auf den vielversprechenden Ansatz, die Spins einzelner lokalisierten Elektronen in Festkörpern als Qubits zu verwenden.

2012   Wirtschaftswissenschaften

Dr. Iris M. Obernauer für ihre Dissertation "Three Essays on Prices vs. Quantities in Environmental Policy". Mit ihrer Arbeit führt sie die wissenschaftliche Diskussion unter welchen Bedingungen preis- oder mengenbasierte Instrumente in der Umweltpolitik vorteilhaft sind im Kontext der Schweizer Klimapolitik fort. Sie gehört damit zu den wenigen Doktoranden im deutschsprachigen Raum, deren Untersuchungen im Bereich der Umweltökonomie vergleichbares Publikationspotential besitzen.

2013   Psychologie

Dr. Mirjam Jenny für ihre Dissertation "Modeling people judge, choose, and change

their mind", eine wissenschaftlich brillante und innovative Arbeit zur Frage, wie Menschen mit Unsicherheiten umgehen, verschiedene Typen von Wahrscheinlichkeiten einschätzen und aufgrund von neuen Informationen Schätzungen revidieren. Sie ist eine der wenigen Frauen, die sich auf das Gebiet des Computational Modeling vorwagen und hier an erster Front mitgestalten.

2014   keine Preisverleihung

2015   Jurisprudenz

Dr. iur. Anna Petrig für ihre Dissertation "Human Rights and Law Enforcement at Sea: Arrest, Detention and Transfer of Piracy Suspects". Diese originelle und methodisch innovative Arbeit schliesst eine Lücke in der juristischen Menschenrechtsliteratur zum Thema der Festnahme und Überstellung von Piraterieverdächtigen. Sie stiess international auf Anerkennung und hat auch bereits in der Praxis Beachtung gefunden.

2016   Altertumswissenschaften

Sophia Joray, MA für ihre ausgezeichnete Masterarbeit "Chevenez-Au Breuille (JU). Eine latènezeitliche Siedlung in der Ajoie mit einer singulären Keramikdeponierung. Auswertung eines Areals der Grabungskampagne 2012". Sie entlockt der Fundstelle ein Maximum an Erkenntnissen, indem sie sehr vielfältige Methoden anwendet und sowohl bisherige Ergebnisse wie auch ihre eigenen Befunde kritisch reflektiert. Die Arbeit übersteigt weit die wissenschaftliche Qualität einer Masterarbeit sowohl im Hinblick auf das Methodenbewusstsein wie in Bezug auf die Breite der Kenntnisse.

2017   Medizin-Psychologie

Dr. Katharina Ruhe für ihre Dissertation "Patient participation in pediatric oncology – providing children and adolescents with opportunities to develop autonomy". Diese exzellent recherchierte Arbeit untersucht empirisch und konzeptuell das noch wenig beachtete Thema der Einbindung von krebskranken Kindern in Therapieentscheide. Sie leistet mit dieser gelungenen, fächerübergreifenden Arbeit einen bedeutenden Beitrag für den klinischen Alltag im pädiatrischen Umfeld und beleuchtet darüber hinaus das Recht der Kinder auf Partizipation und Selbstbestimmung.

2018   Physik und Chemie

Katharina Johanna Laubscher, M Sc wurde für ihre hervorragende Masterarbeit "Universal quantum computation using a hybrid quantum double model" ausgezeichnet, die sie auf dem Gebiet der Theorie der kondensierten Materie am Departement Physik verfasst hat. Darin entwickelte sie eine elegante Lösung für das Problem der fehlertoleranten Quantenfehlerkorrektur, womit sie einen wichtigen Beitrag an die Realisierung des Quantencomputers geleistet hat; und

Ksenia Reznikova, M Sc erhält den Preis für ihre hervorragende Masterarbeit "Tailor-made molecular rods for graphene junctions", die sie auf dem Gebiet der Synthetischen Chemie im Departement Chemie verfasste. Die Arbeit besticht durch Originalität und experimentelles Know-how und ihre Resultate sind für die Entwicklung von Graphenelektroden, einem hochaktuellen Forschungsgebiet der Nanoelektronik, von grösster Bedeutung.

2019   Wirtschaftswissenschaften

Elisa Gerten, M Sc für ihre hervorragende Masterarbeit "Work 4.0: How is Digitalisation changing workplace organisation". Darin analysiert sie die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitsplatzorganisation und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Erforschung von Arbeitsprozessen im Zusammenhang mit der Digitalen Transformation.

 2020   Psychologie

Dr. Janina Bühler für ihre hervorragende Doktorarbeit "The Self in Romantic Relationships: Understanding Personality and Romantic Relationships from Three Perspectives" über das Zusammenspiel von Persönlichkeit und romantischen Beziehungen über die Lebensspanne. Ihre Arbeit beleuchtet dieses Zusammenspiel aus drei Perspektiven: anhand autobiografischer Erzählungen, mit Blick auf die Dynamik von Persönlichkeitseigenschaften über den gesamten Lebenslauf und anhand des Beziehungsalltags und der darin erlebten Gedanken-, Gefühls- und Verhaltensprozesse. 

  

Spendenaufruf!

Die Sektion Basel des SVA stiftet die Hälfte des Preisgeldes für den Emilie Louise Frey-Preis, das sind CHF 1'000. Um die Vereinskasse nicht über Gebühr zu belasten, sind wir auf Spenden unserer Mitglieder angewiesen. Sämtliche Beiträge, ob gross oder klein, sind erwünscht.

Bitte überweisen Sie sie auf das Postfinance-Konto der Akademikerinnen-Vereinigung, 4000 Basel, PC 40-1266-5, IBAN CH14 0900 0000 4000 1266 5 . Einzahlungsscheine können auf Wunsch bei unserer Kassierin Frau Michelle Bachmann angefordert werden. Bitte geben Sie als Referenz für Ihre Einzahlung «Preis» an. 

Preisträgerinnen

2020

 

Dr. Janina Bühler (Psychologie)

2019

 

Elisa Gerten M sc (Wirtschaftswissenschaften)

2018

 

Katharina Johanna M sc (Physik und Chemie)

2017

 

Dr. Katharina Ruhe (Medizin-Psychologie)

2016

 

Sophia Joray, MA (Altertumswissenschaften)

2015

 

Dr. iur. Anna Petrig (Jurisprudenz)

2014

 

keine Preisverleihung

2013

 

Dr. Mirjam Jenny (Psychologie)

2012

 

Dr. Iris M. Obernauer (Wirtschaftswissenschaften)

2011

 

Rahel Heule, M Sc (Physik)

2010

 

Dr. med. Cécile Meier (Medizin)

2009

 

Dr. Christine Beckert (Germanistik)

2008

 

Dr. Mariel Dimsey und Jenny Hutter, MLaw (Jurisprudenz)



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