Rückblick 100 Jahre Deutscher Akademikerinnenbund
In diesem Jahr feierte der Deutsche Akademikerinnenbund das 100-Jahr-Jubiläum mit einem Symposium. Eingeladen waren die Mitglieder der Akademikerinnenverbände aus ganz Europa. Auch eine Delegation des SVA mit drei Vertreterinnen aus Zürich fand sich Ende Juli in Berlin zur Feier ein.
Das Symposium unter dem Motto «Starke Frauen gestalten die Zukunft», das in der geschichtsträchtigen Tagungsstätte der Max-Planck-Gesellschaft stattfand, wurde von Dorothee Bär, der Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, eröffnet. In ihrem Grusswort veranschaulichte sie auf eindrückliche Weise 100 Jahre Geschichte der deutschen Akademikerinnen. Sie verwies u. a. auch auf Lise Meitner, die als Erste die von Otto Hahn und Fritz Strassmann entdeckte Kernspaltung physikalisch-theoretisch erklärte. Sie schilderte auch, wie sie selbst trotz fast unüberwindbaren Hindernissen und Widerständen eine solch steile Karriere hinlegen konnte und schloss mit der Ermunterung, das Erreichte zu festigen und auszubauen, es brauche die leisen ebenso wie die lauten, will sagen, publikumswirksamen Fortschritte.
Unser Mitglied des SVA Sektion Graubünden, Theaterregisseurin und Schauspielerin Friederike Pöhlmann-Griessinger, zeichnete in einem Sketch das schwierige Leben der herausragenden Kernphysikerin und Physikprofessorin Lise Meitner nach. Als Wissenschaftlerin hat diese in Zusammenarbeit mit Otto Hahn wesentliche Grundlagen in der Erforschung der Radioaktivität und Kernspaltung gelegt. Zwar hat sie zahlreiche Auszeichnungen erhalten, der Nobelpreis blieb ihr jedoch vergönnt, er wurde 1945 an Otto Hahn allein verliehen. Im kurzen Sketch wurde ihr nun von MINT-Studentinnen ein symbolischer Nobelpreis verliehen.
Das Programm war getragen von hochkarätigen Beiträgen, in denen Wissenschaftlerinnen ihre Karrierewege aufzeigten, wobei aus allen hervorging, dass die Frauen mit viel Mut und Hartnäckigkeit unbeirrt ihren Weg gingen, um schliesslich erfolgreich zu sein.
Erwähnenswert u. a. ist das Referat von Prof. Dr. Ute Klammer, Direktorin des DIFIS und geschäftsführende Direktorin des Instituts Arbeit und Qualifikation, Universität Duisburg-Essen. Sie erläuterte den Genderbias der standardmässig angewendeten Exzellenzkriterien in der Wissenschaft und dessen Auswirkung auf die Karrieren von Wissenschaftlerinnen.
Das 100-Jahr-Jubiläum war eine hochinteressante Veranstaltung mit vielen Begegnungen und angeregten Gesprächen. Unser Netzwerk umspannt mittlerweile ganz Europa. Einzig die extrem heissen Temperaturen beeinträchtigten das Vergnügen etwas und verunmöglichten zum Teil die Durchführung der Begleitanlässe und die Erkundung der Stadt.